Interaktion – Spielen jenseits der Couch.

Samstag, 13. Januar 2007 | Dirk Rauchfuss | | Trackback |

Momentan zeichnet sich im Gaming-Bereich ein Trend ab, der den Spieler aus den Untiefen seines Sofas reißen soll. Immer weiter entfernt man sich von herkömmlichen Eingabegeräten wie Controller oder Maus.

Nintendo WiiBestes Beispiel dafür, Nintendos jüngst erschienene Next-Generation-Konsole „Nintendo Wii“. Wir erinnern uns: Ursprünglich sollte diese Konsole „Nintendo Revolution“ heißen und mit diesem Titel die Konsolenwelt revolutionieren. In der Tat, Nintendos jüngster Spross ist wirklich etwas Neues, etwas in dieser Form noch nie da gewesenes. Allerdings bedienten sich die Entwickler nicht etwa großartiger, innovativer Ideen, sondern ließen sich von bereits erfolgreich vermarkteten Geräten leiten.

Wer die virtuelle Spielewelt in den letzten Jahren etwas beobachtet hat, wird nicht an Eingabegeräten wie Lightgun, Tanzmatte, Eyetoy oder Buzz vorbeigekommen sein. Die Verkaufszahlen, all dieser Geräte geben Nintendos Strategie natürlich Recht und so erscheint es sehr plausibel, dass man ausgerechnet jetzt mit einer solchen Spieleplattform auf den Markt kommt. Der moderne Spieler will mehr als nur im heimischen Sessel lümmeln und Tasten drücken, er will noch näher dabei sein. Fraglich ist allerdings, ob diese Schlüsse ausreichen, um daraus ein völlig neues Konzept zu stricken. Besteht nicht auch die Gefahr, dass der Spieler hier einfach missverstanden wurde? Auch wenn die Lightgun durchaus, für stundenlangen Spielspaß sorgen kann, es Spaß macht auf der Tanzmatte ins Schwitzen zu geraten oder wild gestikulierend vor der EyeToy-Cam zu hampeln, kehren doch die meisten Spieler schnell wieder zu alt vertrautem Eingabegerät zurück. - Spätestens dann, wenn die Freunde nach Hause gegangen sind und man alleine vor der Konsole sitzt.

EyetoyWie sich die Videospielewelt wirklich entwickeln wird und ob man auch in fünf Jahren noch gewillt ist, die müden Knochen durchs Wohnzimmer zu schleudern, mag derzeit noch niemand prognostizieren können. Eins steht aber fest, Spaß macht das Spielen auch dann noch.

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